Buddhas Kleister, Buddhas Pinsel


Wiedergeburt eines 

Taima-Mandala


Restaurierung und Ursprung



Als Restauratorin durfte ich Bekanntschaft mit einem ganz besonderen Kunstwerk machen:

Ein fast zwei mal zwei Meter großes japanisches Taima-Mandala aus dem 14. Jahrhundert wurde in meine Werkstatt gebracht. Wie ein Kokon sich beim Ziehen am seidenen Faden langsam entrollt, entschlüsselten sich mir die Konstruktion, die Maltechnik und der historische und spirituelle Hintergrund des Bildes.

Die wunderbaren Erlebnisse meiner Entdeckungsreise habe ich über die Jahre in zahlreichen Bildern dokumentiert und möchte sie nun mit dem Leser teilen. Mit diesem Buch kann das Mandala wie eine Schatztruhe immer wieder geöffnet werden.


Es hält drei Kapitel bereit: Zunächst wird der Leser eingeladen, die Restaurierungsarbeiten Schritt für Schritt von der Planung bis zur Einrahmung kennen zu lernen. Es werden anhand vieler Zeichnungen die europäischen und fernöstlichen Arbeitsmethoden offen gelegt und das verwendete Werkzeug und die Materialien vorgestellt.


Im zweiten Kapitel werden Entstehung und Lehre des Mandala auf dem Weg über die Seidenstraße erkundet. Vom Ursprung in Indien führt dieser zur Blüte buddhistischer Kunst im China der Tang-Dynastie und weiter nach Japan.


Im dritten Kapitel geht die Schatzsuche weiter zu den spirituellen Quellen des Taima-Mandala, bei dem es sich um die Umsetzung des Betrachtungssūtras der Schule des Reinen Landes handelt.

Das Sūtra präsentiert sich wie ein großes historisches Theaterstück. Auf der ersten Bühne wird das Drama einer indischen Königsfamilie gespielt, um den Betrachter zur Selbstkultivierung anzuleiten. Auf den beiden anderen Bühnen soll er zu einem Bewusstseinszustand der Läuterung und Weisheit geführt werden. Schließlich erreicht er das zentrale Reine Land des Buddha Amitābha, welches im Zentrum des Bildes dargestellt ist.


Bei der Restaurierung dieses großen gemalten Mandala wurden moderne Technik und detaillierte Informationen über die verwendeten Materialien mit einbezogen sowie die thematische Einheit berücksichtigt. Darüber hinaus wurde auch im buddhistischen Sinne und gemäß der lateinischen Wurzel „restaurare“ die Lebenskraft des Bildes erneuert und ihm wiedergegeben. Die Erlösung von Leid und die Erneuerung der Welt sind Kern und Inhalt des Betrachtungssūtras des Buddha Amitābha.


Viel Freude beim Lesen und Blättern wünscht Ihnen die Autorin.


Hai-Yen Hua-Ströfer


Ein Buch mit Anspruch

für vielfältig Interessierte


Kunstliebhaber
Meditierende
Asienforscher
Kunsthistoriker
Buddhisten
Konservatoren
Restauratoren
Indologen/Japanologen/Sinologen
Sammler
Kunsthandwerker
Kreative/Innovative
Philosophen
Künstler